1,6 t auf 20 m
Autokran AK 48e beweist Stärken beim Holzrahmenbau in Altstadt
Enge Gassen, eine schmale Baulücke und minimale Aufstellfläche – die Errichtung eines Wohnhauses in Holzrahmenbauweise mitten in der historischen Altstadt von Lüdinghausen stellte alle Beteiligten vor spannende Herausforderungen. Bei dem dreitägigen Testeinsatz überzeugte der Böcker Autokran AK 48e die ausführende Tischlerei & Holzbau Hüser GmbH & Co. KG mit kompakten Abmessungen, großer Reichweite und dem elektrischen Antriebskonzept für den leisen Kranbetrieb zwischen den Wohnhäusern.
Der Neubau entstand in einer Baulücke innerhalb der dicht bebauten Innenstadt nahe der Fußgängerzone. Bereits die Anfahrt verlangte höchste Präzision: Der Kran musste durch enge Altstadtgassen zur Baustelle manövriert und anschließend auf einer lediglich 3,07 m breiten Einfahrt direkt neben dem Nachbargebäude aufgebaut werden.

Variable Stützentechnik für maximale Reichweite
Auf dem begrenzten Raum spielte die variable Böcker Stützentechnik ihre Stärken aus, sodass der Kran sicher und reichweitenoptimiert aufgestellt werden konnte. Jede einzelne Stütze wurde stufenlos ausgefahren und positioniert – teils auf den Einfahrten der Nachbargrundstücke, teils ohne Ausschub innerhalb der Fahrzeugkontur. Die Reichweitenvorschau mit sensorbasierter Erfassung des Stützenausschubs unterstützte den Bediener beim bestmöglichen Kranaufbau. Durch eine optimale Abstützgeometrie konnte jeder zur Verfügung stehende Zentimeter der Aufstellfläche ausgenutzt werden, um den sicheren Stand des Krans zu gewährleisten und ein Maximum an Reichweite für die entfernt liegenden Bereiche des Grundstücks zu erzielen.

Sicherheit durch sensorgestützte Steuerung
Zu den schwersten Bauelementen gehörten die sieben rund 415 mm starken Außenwände einschließlich der Giebelelemente, die unmittelbar angrenzend an die Nachbargebäude montiert wurden. Vorbeugender Brandschutz, Feuchtigkeitsschutz, Holzfaserdämmung und eine hinterlüftete Compactplattenfassade – durch den mehrschichtigen Wandaufbau brachte jedes Element rund 1,6 t auf die Waage. Zusätzlich hob der Autokran sieben weitere, später sichtbare Außenwände mit je 950 kg sowie sämtliche Innenwände und fünf Deckenplattenelemente aus Brett-Mehrlagenholz mit einem Einzelgewicht von rund 485 kg an ihren Platz.
Um auch die schweren Außenwände effizient an der hinteren Gebäudeseite platzieren zu können, musste der AK 48e die 1,6 t schwere Last diagonal über das komplette Grundstück bis zu 20 m weit heben. Mit Hilfe der im Mast und in den Stützen verbauten Sensoren überwachte die Kransteuerung dabei kontinuierlich die Standsicherheit des Krans. Abhängig von Abstützung, Anhängelast, Ausfahrlänge und Mastposition gab sie automatisch den sicheren Arbeitsbereich frei und unterstützte den Bediener aktiv bei der Ausschöpfung der maximal möglichen Ausladung. Die große Reichweite ermöglichte es, das gesamte Gebäude von nur einem Kranstandort aus sicher zu montieren. Dadurch wurden Umsetzvorgänge vermieden und Montagezeiten verkürzt.
Für den zügigen Baufortschritt sorgten auch das kraftvolle Hydrauliksystem und die E-Winde des AK 48e, die eine schnelle Hakengeschwindigkeit von 60 m/min und ein hohes Arbeitstempo beim Ausführen aller Kranfunktionen garantierten.

Elektroantrieb für Arbeiten in der Innenstadt
Der Testeinsatz in der Lüdinghauser Altstadt zeigte eindrucksvoll die Stärken des elektrischen Böcker AK 48e, der von den Lesern des Fachportals buildingnet.de zum „Produkt des Jahres 2026“ gewählt wurde. Das neue Antriebskonzept des AK 48e vereint die Vorteile des elektrischen Kranbetriebs mit der Mobilität bewährter Technik. Sein Trägerfahrzeug wird konventionell mit einem Verbrennungsmotor betrieben, um eine zuverlässige Anfahrt zur Baustelle zu gewährleisten, während die Kranarbeiten vor Ort rein elektrisch und flexibel ohne Stromanschluss erfolgen.
Der Kran arbeitet mit einer leistungsstarken elektrischen Winde und wird über einen 30 kWh Akku versorgt, der entweder an einem 230 Volt oder 400 Volt Anschluss lädt. Dank Energierückgewinnung beim Absenken der Last und hoher Akkukapazität ist der Autokran für einen kompletten Arbeitstag ohne Nachladen ausgelegt. Im Akkubetrieb sind mehr als acht Stunden durchschnittliche Nutzungszeit bzw. 150 Hebevorgänge mit 1.000 kg Last auf 35 m möglich.
Gerade auf Baustellen in Wohngebieten bietet dieses Antriebskonzept des AK 48e deutliche Vorteile. Der nahezu geräuschlose Kranbetrieb reduziert die Belastung für die Anwohner, verbessert die Arbeitsbedingungen auf der Baustelle und ermöglicht den Einsatz auch dort, wo Lärm- und Emissionsschutz eine immer größere Rolle spielen. Gleichzeitig verbindet der AK 48e seine elektrische Antriebstechnik mit der für Böcker Krane typischen kompakten Bauform und großen Reichweite.

Kraftvoll bis in die Auslegerspitze
Neben seinem elektrischen Antrieb überzeugte der AK 48e auch durch seine Leistungsfähigkeit. Er hebt Nutzlasten bis 3 t (opt. 6 t) und bietet Ausfahrlängen über 48 m (opt. 52 m). Der per Farbfunksteuerung vollhydraulisch unter Last teleskopierbare Ausleger von 14 m trägt selbst in horizontaler und voll ausgefahrener Position ein Gewicht bis zu einer Tonne. So konnten auch die schweren, großformatigen Außenwände direkt auf dem anliefernden LKW angeschlagen und ohne Zwischenlagerung unmittelbar an ihren endgültigen Einbauort gehoben werden. Dieses Vorgehen reduzierte den Platzbedarf auf der Baustelle und beschleunigte den gesamten Bauablauf.
Starkes Gesamtpaket für den Holzbau
Der Einsatz in Lüdinghausen verdeutlicht, dass der Autokran AK 48e für Holzbauunternehmen neue Möglichkeiten bei der Montage vorgefertigter Wand- und Deckenelemente eröffnet. Das Zusammenspiel aus elektrischem Kranbetrieb und hoher Tragfähigkeit macht den Böcker AK 48e zu einer wirtschaftlichen Lösung für anspruchsvolle Montageeinsätze. Selbst auf schwer zugänglichen Baustellen können große Elemente sicher, schnell und wirtschaftlich in Position gehoben werden. Weniger Umsetzvorgänge, kürzere Montagezeiten und eine geringere körperliche Belastung der Mitarbeitenden tragen dazu bei, Bauabläufe effizienter zu gestalten – insbesondere dort, wo große Fertigelemente unter schwierigen Platzverhältnissen sicher bewegt werden müssen.

Leistungsdaten Autokran AK 48e
| Max. Nutzlast | 3 t (6 t im Zweistrangbetrieb) |
| Max. Ausfahrlänge | 49 m (52 m mit Auslegerverlängerung) |
| Hakengeschwindigkeit | 60 m/min |
| Antrieb Kran | Vollelektrisch mit Akku |
| Akkuleistung | 30 kWh, Akkubetrieb für einen kompletten Arbeitstag |
| Lademöglichkeiten | 230 V und 400 V |
| Winde | elektrisch mit Energierückgewinnung |
| Besonderheiten | Produkt des Jahres 2026 der buildingnet.de |



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